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Die Zeit Online” Habt ihr etwa geschlafen? Oder: Ein Traum, der längst Wirklichkeit war

Chefinnen

Heute, am Montag den 3. Mai 2021 erschien auf „Die Zeit Online“ ein Artikel, der eine Fiktion der Arbeitswelt in der Zukunft zeichnet.

Wir schreiben das Jahr 2030: Das Großraumbüro und Überstunden gibt es nicht mehr, dafür genauso viele Chefinnen wie Chefs. Nachrichten aus einer besseren Welt

https://www.zeit.de/arbeit/2021-03/zukunft-arbeit-utopie-arbeitswelt-2030 (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung leider hinter einer Bezahlschranke)

Ein Teil dieser Vision ist es also, das die Hälfte der Chefs in der Zukunft Frauen sind. Grossartige Vision – ich beglückwünsche die Autorin zu so viel Weitsicht! Es müsste sich fast wie im Märchen anfühlen, würde dies eines Tages Realität. Und so begab es sich dass…

in einem Land, hinter den sieben Bergen, bei den sieben Ostzwergen, in einer unfassbaren Zeit, dies bereits Wirklichkeit war und ist.. Frauen waren Chefinnen, ganz ohne Quote und Gesetz und für Niemanden der dort Lebenden schien dies Unnormal zu sein. Es war vielmehr so, dass Niemand Notiz davon nahm, da sich diese seltsamen Ostzwerge ja nicht bewusst waren, dass es für andere Zwerge, Zweriginnen oder Gnome und Gnominnen vollkommen unnormal war. Vielmehr waren und sind es die anderen Zwerge, Zwerginnen, Gnome und Gnominnen, die mit einer Menge Lärm davon ablenken, wie selbstverliebt rückschrittlich sie sind. Stellt euch einmal vor, als im Land Ostzwergien, hinter den sieben Bergen, Frauen selbstverständlich Chefinnen waren, wurden Ehefrauen bis 1969 im Reich Zwerg-Gnomien nicht als geschäftsfähig angesehen und mussten bis 1977  ihren Ehemann fragen, ob sie angestellt arbeiten gehen dürfen.

In Ostzwergen, ein Land der Chefinnen also… Ich selbst, geborener Ostzwerg nahm dies nie wirklich wahr und so begab es sich, das ich bis 2015 in einem Ostwerk eines deutschen Konzerns tätig war. Dort waren (und sind sicher noch) viele Frauen in Leitungstätigkeiten zu finden. Nicht, das es in diesem Konzern unnormal war, Frauen als Chef vorzufinden. Auch dies ist erfreulicherweise in diesem dort Normalität, bedarf keiner besonderen Erwähnung und dennoch wunderten sich die Besucher aus der Konzernzentrale immer mal wieder, so viele Frauen im Leitungsteam vorzufinden. Sie fanden es erstaunlich, das der Kreis zu 50% (oder sogar mehr) mit Frauen besetzt war.

Am Standort, an den es sehr viele Firmen gibt, fanden sich überall Frauen als Chefinnen. Im grossen Labor am Standort, als Archivchefin, als technische Verkäuferin und und und. Es ist schlicht und einfach Realität.

Nun ist es leider so, dass es sich bei den erwähnten Frauen aussnahmslos um Ostfrauen der alten Schule handelte und so kommt es, wie es nur im richtigen Leben kommen muss: die Frauen werden weniger, da sie irgendwann in Rente gehen. Die alte Normalität wird langsam, still und leise verschwinden, weil die alte Ostnormalität, die Frauen in Führungspositionen brachte, verschwunden ist.

Leider hat sich der Westen der BRD – Republik nie dafür interessiert, mehr noch, sie habe es nicht einmal mitbekommen. So wie die Autorin des Artikels, die es für eine grossartige und bahnbrechende Zukunftsidee hält, 50% Frauen als Chefinnen zu haben. Guten Morgen! Tja, wie kann das funktionieren, ohne Quote, ohne Gesetz und ohne Gendersternchenundkunstworte? Gut gemacht BRD.

Jetzt lebt der Ostzwerg durch Zauberkraft in einem anderen, grossen Zwergenland. Auch fühlt er sich wie zuhause, denn hier sind auch viele Frauen Chefinnen und Niemand denkt, das ist unnormal. Nur einmal, als es der Ostzwerg schaffte, seine Abteilung mit 50% Frauen zu besetzen. Das war auch noch nicht da, dass zwei von vier Mechanikern Frauen sind. Dennoch gibt es die Bezeichnung „ChefIn“ oder „MechanikerIn“ nicht, doch (männliche) Krankenpfleger werden als „Krankenschwester“ betitelt. Komisch, nich?

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