Nach 20 Jahren Abstinenz von analoger Fotografie, habe ich einen neuen Versuch mit Film unternommen. Für den Wiedereinstieg ist ein Traum in Erfüllung gegangen, der in den Glanzzeiten der Analogfotografie kaum erfüllt werden konnte – ich habe mit einer Hasselblad 503 fotografieren können!
Was soll ich sagen, nach all den digitalen Jahren? Ich muß das analoge Fotografieren erst wieder lernen. Der Erste Versuch mit der Hasselblad ist geprägt von digitalen Gewohnheiten, die man erst mal abschütteln muß. Digital verzeiht auch mal wenig Licht, analog nicht so. Dann ist es schwer, nicht jedes Einstellung zig-mal zu fotografieren.
Es war ein erster Versuch, bei dem mit Scheitern gerechnet wurde. Es war ein Erlebnis mit einer wunderbaren schwedischen Kamera, mit einem tollen deutschen Zeiss-Objektiv. Es war auch eine Rückkehr zu gewollter Unschärfe und zu analoger Farbweichheit, die gerade bei Nylons zum unschlagbaren Vorteil wird. Beim digitalen Fotografieren hat mich die unschöne Darstellung der Strümpfe bei vielen Motiven gestört, die auch bei der Nachbearbeitung nicht wirklich schöner wurde.
So kam ich erst mal wieder auf die Analoge Fotografie: beim Betrachten meiner alten Filmnegative und der alten Fotos. Diese sahen irgendwie besser aus, als meine digitalen Fotos, obwohl die digitalen Fotos immer mit Nikon-Profiapperaten aufgenommen wurden. Meine alten analogen Aufnahmen entstanden ausnahmslos auf 35mm Kleinbildfilm, mit Pentagon, oder Nikonkameras.
Was nach der ersten Lehrstunde mit der Hasselblad hängen bleibt, ist die Tatsache, das man wieder lernen muß, sich voll auf das Motiv zu konzentrieren, die Wirkung des Filmes erahnen muss und nicht, wie beim der Digitalfotografie aus der Masse der Aufnahmen eine gute heraussuchen.
Schön war es und ich bin dennoch positiv überrascht.
Film: Kodak Portra 400
Licht: Walimex LED Studioscheinwerfer mit Farbfolie



