Einsteigerinnenwissen – Alles über echte Nahtstrümpfe
Für alle, die echte Nahtnylons entdecken möchten – ohne Vorkenntnisse.
Du hast Nahtstrümpfe entdeckt – vielleicht auf einem Gothic-Event, in einem Film, oder einfach weil diese eine Linie auf dem Bein etwas mit dir gemacht hat. Und jetzt fragst du dich: Wie funktioniert das eigentlich?
Hier bekommst du die ehrlichen Antworten. Kein Marketing, kein Schnickschnack.
Und falls du lieber alles auf einmal mitnehmen möchtest: Wir haben einen kompakten Guide als PDF zusammengestellt – kostenlos zum Download.
Was sind echte Nahtnylons überhaupt?
Echte Nahtstrümpfe sind keine moderne Kopie von etwas Altem – sie sind das Original. Gefertigt auf Flachwirkmaschinen aus den 40er- und 50er-Jahren, aus 100 % Polyamid, mit einer echten Rückennaht, einer Hochferse und einer Sohlenverstärkung.
Sie sind nicht elastisch. Das klingt erst mal seltsam – aber genau das macht sie besonders. Sie sitzen körperbetont, schmiegen sich ans Bein und fühlen sich anders an als alles, was du bisher getragen hast.
Weltweit gibt es heute noch genau vier Hersteller echter Nahtnylons: GIO, Cervin, Secrets in Lace und einen weiteren kleineren Anbieter. Alles andere ist entweder Ziernaht – also nur optisch – oder billiger Fake aus Asien, der manchmal sogar zum vollen Preis verkauft wird. Augen auf beim Kauf.
Was wirst du bemerken – verglichen mit normalen Strümpfen?
Beim ersten Mal echte Nahtnylons anzuziehen ist ein bisschen wie der erste Schluck guten Kaffee nach Jahren von Instantpulver. Du merkst sofort: das ist anders.
Konkret:
- Das Maschenbild ist deutlich dichter als bei Strumpfhosen
- Der Stoff fühlt sich glatter und feiner an – fast seidig
- Die Strümpfe sind kaum dehnbar, sitzen aber überraschend gut
- Die Naht an der Rückseite – beim Tragen spürst du sie kaum
Und ja: sie werfen manchmal Falten. Das ist kein Fehler, sondern Teil des Charakters. Wer perfekt gepresste Strumpfhosen will, ist hier falsch. Wer Stil will – richtig.
Du brauchst einen Strumpfhalter. Wirklich.
Das ist der wichtigste Satz in diesem Artikel: Echte Nylons funktionieren nur mit Strumpfhalter. Ohne halten sie nicht – fertig.
Keine Angst, das klingt komplizierter als es ist. Ein Strumpfhaltergürtel mit mindestens drei Clips pro Strumpf reicht völlig aus. Zwei Clips sind möglich, aber drei sitzen sicherer und sind im Alltag angenehmer.
Worauf du beim Kauf achten solltest:
- Breite Träger halten besser als dünne Strippen – schmale Modelle können mit den Strümpfen nach unten rutschen
- Metallclips sind stabiler und eleganter als Plastik – und nicht teurer
- Das Modell RAGO 72522 ist eine bewährte, alltagstaugliche Wahl
Kleiner Alltags-Tipp: Den Strumpfhalter unter dem Slip tragen. Klingt weniger glamourös – ist aber praktischer, wenn du auf die Toilette musst.
Wie ziehst du sie richtig an?
Hier ist die Technik, mit der du von Anfang an Laufmaschen vermeidest:
- Den Strumpf am Doppelrand fassen und komplett bis zur Fußspitze aufrollen
- Den Fuß hineinstecken und den Strumpf langsam nach oben entrollen – niemals ziehen oder zerren
- Die Naht mit der Hand geradeziehen – sie gehört exakt in die Mitte der Wadenrückseite
- Hinten zuerst am Strumpfhalter einhaken, dann vorne im Sitzen
Das Abschlussloch – das kleine Loch oben am Strumpf wo die Naht endet – gehört nach innen, also zur Beininnenseite. Das ist kein Fehler, sondern so gewollt.

Fang mit Zweitwahl-Strümpfen an
Ehrlicher Rat: Kaufe dein erstes Paar als „Imperfects" – das sind Zweitwahl-Strümpfe vom Hersteller GIO, die minimale Fehler haben aber vollständig tragbar sind. Sie kosten deutlich weniger als erste Wahl.
Warum? Weil das Anziehen Übung braucht. Eine Laufmasche am 30-Euro-Strumpf beim dritten Versuch ist frustrierend. Beim 10-Euro-Übungsstrumpf ist es eine Lektion.
Was kosten echte Nahtnylons?
Ein Paar erste Wahl kostet mindestens 30 Euro, gute Cervin-Modelle auch 40–50 Euro. Das ist viel – aber das war schon immer so. 1954 musste man für ein Paar Nahtstrümpfe zwischen vier und acht Stunden arbeiten. Heute ist es im Verhältnis günstiger.
Tipp: Immer zwei Paar kaufen. Laufmaschen passieren – auch bei vorsichtigem Umgang. Hast du zwei Paar, kannst du bei einer Laufmasche den unbeschädigten Strumpf des zweiten Paares nehmen und hast noch einen als Reserve.
Welche Marke – und was ist der Unterschied?
Kurz und ehrlich:
GIO – weiches Garn, angenehmes Tragegefühl, guter Einstieg. Etwas anfälliger für Laufmaschen.
Cervin Havana Heel – härteres Garn, matter im Look, entspricht den Nahtnylons der 50er Jahre. Sieht am Bein fantastisch aus und ist robuster. Persönlicher Favorit.
Secrets in Lace – sehr vielfältiges Sortiment, ebenfalls hochwertig, mit Schwerpunkt auf 50er-Jahre-Ästhetik.
Kaufe direkt beim Hersteller – dort gibt es die besten Preise und keine Fakes.
Strumpfhalter selber nähen?
Wer mit der Nähmaschine umgehen kann: Wir haben eine kostenlose Anleitung für unseren eigenen AG Nahtstrumpf Strumpfhalter. Der hat sich über viele Jahre bewährt und trägt sich ausgezeichnet.
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Alles eine Frage des Geldes. Was kosteten Nylons früher?
Im Zeitalter der Strumpfmassenware vlt. interessant & wissenswert: im Jahr 1954 kostete ein Paar Nahtstrümpfe zwischen 5,90DM und 12,90 DM. Ein durchschnittlicher Nettostundenlohn betrug 1,54 DM. Somit mußte für ein Paar Nahtstrümpfe zwischen 3,8 Stunden und 8,4 Stunden gearbeitet werden.
Im Jahr 2005 war der durchschnittliche Nettostundenlohn in der Bundesrepublik Deutschland 13,45€. Umgerechnet auf das Preisniveau von 1954 müßte für ein Paar Strümpfe heute zwischen 51€ und 112€ bezahlt werden.
Pflegehinweise für Strümpfe
Aufbewahrung:
Selbstredend sollten echte Nylons nicht zusammen mit anderen Strümpfe, Strumpfhosen und Söckchen im wilden Durcheinander in der Schublade aufbewahrt werden. Im unvorsichtigen morgendlichem Gewühle bekommen die teuren echten Nylons schnell einige Ziehfäden ab. Also, wie in alten Zeiten die wertvollen Nylons in kleinen Kästchen oder in der Strumpftasche lagern.
Du kannst die Nahtstrümpfe auch zusammengerollt aufbewahren. Leg die Nylons vor dem Zusammenrollen mit der Naht als Kante flach übereinander. Rolle sie dann als Paar auf.
Wir heben das Haupt und rufen uns hier nochmals stolz ins Gedächtnis: wir besitzen nun die richtig echten Nylons und nicht solch Massenstrumpfhose, die sich Jede übers Bein zieht. Edle Dinge verlangen nach ebenso edler Behandlung.
Waschen und Trocknen:
Wenngleich die bequeme Waschmaschine ein Innbegriff von technischem Fortschritt ist, Strümpfe sollten auch im Wäschesack niemals auf die Karusellfahrt durchs Wasser geschickt werden. Sollen Strümpfe lange halten, so ist die Handwäsche vorzuziehen.
Das sieht nach aufwändiger Arbeit aus, zumal ja geraten wird, Strümpfe nach jedem Tragen täglich zu waschen. So schlimm ist es weitaus nicht. Echte Nylons bestehen aus einem monofilem Garn, der Schmutz hat also keine Gelegenheit, sich im Innern des Garn festzusetzen.
Einfachste Wäsche - schnell und unkompliziert
Strümpfe einfach ins Wasser legen und 10min dort schwimmen lassen. Als Waschzusatz empfehlen wir, auf handelsübliche pulverförmige Waschmittel zu verzichten und anstelle dieser Waschmittel flüssige Handseife oder ein Haarshampoo zu verwenden.
In unserer Spezialwaschlauge werden die Strümpfe von Zeit zu Zeit leicht bewegt & fertig ist der Waschgang. Vor dem Waschen der Strümpfe bitte die Hände etwas anfeuchten, damit lose Hautschüppchen keinen Schaden anrichten können. Auf Nummer sicher gehst Du, trägst du beim Waschen der Strümpfe diese dünnen Latexhandschuhe.
Strümpfe trocknen
Die guten Nylons nicht auswringen oder das Wasser herausdrücken! Die Strümpfe nach dem Waschen flach auf ein Handtuch legen und so das Wasser herausfließen lassen. Danach könnt ihr Eure Strümpfe am Doppelrand zum Trocknen aufhängen. Benutzt Du einen Wäscheständer zum Trocknen der Nylons, so macht es sich gut, zuerst ein Handtuch über den Trockner zu legen. Danach kommen die Strümpfe über das Handtuch.
Auch hier lauert die erhobene Zeigefinger: Nylons niemals in der prallen Sonne trocknen, Nylons auf keinen Fall in der Nähe von Heizkörpern von Trocknen aufhängen und schon gar nicht im Wäschetrockner trocknen.
Wohnt ihr in Gegenden mit hohem Kalkgehalt im Wasser, so könnt ihr destilliertes Wasser zum Waschen benutzen. Allerdings rechtfertigt sich dieser Aufwand nur, ist nach dem Waschen ein grauer Schleier auf den Strümpfe auszumachen.
Waschverfahren für Unterwegs
Nicht ganz ernst gemeint, doch mit dem sich ändernden Bewußtsein hinsichtlich Energieausnutzung kann es interessant werden: Nutzt Du für den täglichen Weg zur Arbeit das Auto, so läßt sich folgende bewährte Methode anwenden, bei welcher das Autofahren quasi zum Waschgang genutzt wird:
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- kauf Dir im Outdoor-Handel einen kleinen zylindrischen Schraubdeckelbehälter aus Kunststoff, dieser muß nur so gross sein, das ein Paar Nylons hineinpassen.
- Gib deine getragenen Strümpfe in den Behälter
- Füll den Behälter bis knapp unterhalb des Schraubverschlusses mit Wasser und gib die gewünschte Menge Waschmittel dazu.
- Jetzt verschrauben wir den Deckel wasserdicht
- Nimm den Behälter auf dem Weg von oder zur Arbeit mit in Auto, stelle ihn in den Kofferraum oder auf den Boden
- Bist Du zu Hause angekommen, ist der Waschgang beendet
Weitere Artikel:
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https://www.nahtstrumpf.de/pflegehinweise-fuer-nylonstruempfe/


