AG Nahtstrumpf Blog

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•Sep• 3, 2010

Sachsen als Strumpfhochburg in vergangenen Zeiten war einmal stets ein Technologiepionier und auch ein Designvorreiter, wenn es um Damenstrümpfe ging. Einzelne Stücke sind auch heute noch durchaus bemerkenswert in ihrer handwerklichen Ausführung. Ein schöner Strumpf aus dem Hause ELBEO Oberlungswitz finde ich besonders in seiner stimmigen Ausführung. Ich würde ihn durchaus als zeitlos vom Design bezeichnen. Würde ich unterschlagen, daß dieses schöne Exemplar aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen – man könnte glauben, er ist aus einer heutigen Kollektion entnommen.

Quelle: LIFE 21.September 1953


•Aug• 20, 2010

Das vom deutschen Fernsehsender SAT 1 im Jahr 1996 aufgelegte Remake des Films “Das Mädchen Rosemarie” (Regie Bernd Eichinger) bietet neben der gelungenen Besetzung ebenso eine prima Ausstattung und eine wunderbare Bildführung. Schon aus diesen Gründen konnte der Streifen nach 1996 zahlreiche Preise für sich verbuchen.

Mit einer wohl nicht zu leugnenden Befangenheit sage ich: eine schöne Szene mit Nina Hoss, die mit einem anderen Details wohl kaum funktionieren würde, zeigt das folgende Foto. Stellen ich mir an Stelle des Strumpfes eine Strumpfhose vor, so wäre sie mir keinesfalls im Gedächtnis geblieben ;-).

 

Quelle: SAT 1


•Aug• 19, 2010

Irgendwann hat man die Geschichten von den aufgemalten Strumpfnähten schon mal gehört. Auch die Variationen dieser sind noch im Gedächtnis... es war nach dem Zweiten Weltkrieg, Strümpfe an sich hatten den Status einer Mangelware. Konnte Frau nicht an die begehrten Strümpfe gelangen, so machte die Not erfinderisch. Eine auf das Bein aufgemalte Strumpfnaht sollte das Auge täuschen. Um das Täuschungsmanöver perfekt zu gestalten – so erzählte man sich – half Frau nach, in dem sie ihre Beine mit Kaffeesatz leicht bräunte.

Gut, eine Strumpfnaht sitzt nicht immer perfekt, doch eine Freihandzeichnung verlangt bestimmt nach einer geübten Hand. Der Mensch, kreativ geht es darum, sich allerlei Hilfsmittel zu erschaffen, wußte auch hierfür Abhilfe zu erdenken. Eine Vorrichtung zum Zeichnen der perfekten Scheinnaht.

Hier ein Beispiel aus den USA & dem Jahr 1943. Mitten im Krieg war Nylon Mangelware und so teilten die Frauen auf beiden Frontseiten das gleiche Los.

 

 

Quelle: POPULAR SCIENCE; Januar 1943


•Aug• 13, 2010

Es gibt gute Ideen, es gibt wirre Einfälle und es gibt allerlei dazwischen. Und da soll es noch Gedanken geben, die zunächst nach einem guten Einfall aussehen – sich später dennoch als wirre Idee entpuppen. Wie das Nachfolgende einzuordnen ist, das überlasse ich gern Dir.

Die Vielzahl der Eingebungen zum Thema Strümpfe läßt sich durchaus als umfangreich umschreiben. Zur Verbesserung des Tragekomforts stelle ein Hersteller in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrtausends Strümpfe vor, die am Knie offen waren – also an dieser Stelle durch fehlendes Gewebe glänzten. Die Begründung lautete: da die meisten Frauen die Röcke sowieso unterhalb des Knies enden lassen, kann man sich doch auch den Stoff am Knie sparen. Der Vorteil üeberhaupt für die Damenwelt: beim Sitzen werden die Strümpfe nicht mehr übers Knie gezogen, sie rutschen nicht nach unten und es spannt nix an dieser Stelle.

Quelle: LIFE-MAGAZIN 1937


•Aug• 12, 2010

Der britische Onlineshop STOCKINGSHQ bietet seinen Kundinnen und Kunden derzeit eine Preisaktion für Nahtnylons und RHT-Strümpfe des ebenso britischen Herstellers ELEGANTI. Neben den Nahtstrumpf-SECONDS (also II.Wahl) für 10 Euro kannst Du preisgesenkte I.Wahl-Nahtnylons derzeit ab 15,30 Euro einkaufen.

Die Auswahl besteht zwischen unterschiedlichen Fersenformen oder Farben und weiterhin sind die wunderbaren Contrast-Welt Nahtstrümpfe ebenso in der Auswahl. Diese nennen sich dann bei STOCKINGSHQ “full contrast”.

Wirf ein Auge auf das Angebot


•Aug• 5, 2010

Laufmaschen gehören ohne Zweifel zu den größten Ärgernissen, seit es die bestrumpften Beine sichtbar wurden. Als kaputte Strümpfe noch ein richtiges Loch in die Haushaltskasse rissen, machten schlaue Geister sich bereits Gedanken darüber, wie dem Lauf der Maschen schon am Bein Einhalt geboten werden konnte. Den Lauf im Ansatz zu stoppen war der Gedanken eines flüssigen Laufmaschenstopps  bereits im Jahr 1928. Nicht nur das flinke Aufhalten der schnell am Bein entlang laufenden Maschen war das Ziel des Mittels, nein auch eine Waschfestigkeit versicherten die Erfinder.
Was lernen wir aus dieser Geschichte: schon vor der Zeit des Nagellacks als Laufmaschenstoff gab es den kleinen Kleber für die Handtasche.

 

Quelle: POPULAR SCIENCE July 1928


•Jul• 27, 2010

Nach all den Beispielen für ansprechende Werbung aus vergangenen Zeiten möchte ich zum Vergleich ein Werbefoto aus dem Jahr 2006 zeigen. Es stammt aus einem Katalog von FOGAL und bewirbt echte Nahtstrümpfe. Im Gegensatz von dem, was FOGAL der Kundin sonst zeigt, besticht diese Aufnahme nicht gerade durch eine überzeugende Bildsprache.

Das geübte Auge erkennt zwar einen richtigen Nahtstrumpf, doch wirkt das Arrangement des Strumpfes in seiner rudimentären Anordnung wie ein lieblos gepreßtes Etwas einer Blattsammlung, vom dem man nicht genau weiß, um was es sich genau handelt. Eben ein seltsames Knitterstück.

 

Quelle: Katalog FOGAL Herbst/Winter 2006


•Jul• 19, 2010

Vor einiger Zeit war der Film „Violette Nozière“ des französischen Altmeisters Claude Chabrol auf ARTE zu sehen. Aufgenommen im Jahr 1978, spielt die Handlung auf Basis einer wahren Begebenheit im Paris der 1930er Jahre. Soweit zum Rahmen des Spielfilms. Um den Inhalt soll es an dieser Stelle nicht gehen, mehr um ein Detail der Kostümausstattung. Für die Regie ist es vollkommen unwichtig und aus den Augen der Ausstattung war das Ziel im Groben erreicht: die Strümpfe der Darstellerinnen. Die Augen wandern in erster Linie auf die oftmals schön in Szene gesetzten Beine der Hauptdarstellerin Isabelle Huppert – schwarze Nahtstrümpfe, das paßt schon mal. Doch nehmen ich das Beispiel des Szenefotos hier, so sehe ich ziemlich feine Strümpfe. Das paßt dann nur bedingt in die Zeit der 1920er/1930er Jahre. Nylon gab es noch nicht, also könnten es nur Kunstseidestrümpfe oder Naturseidestrümpfe sein. Beim Strumpf aus Kunstseide ist die Feinheit dann schon wieder nicht passend. Sie waren damals einfach viel dichter. Seidenstrümpfe passen von der Rahmenhandlung sicher nicht so richtig, denn die weibliche Figur des Endteenagers Violette Nozière hätte sicher kein Geld für derart exklusive Strümpfe – oder es wäre den Eltern sofort bewußt, auf welch Weise diese Seidenstrümpfe verdient worden waren. Schließlich unterstützt die Figur einen Geliebten mit Geld, indem sie sich gelegentlich prosituiert, während ihre Eltern Tugenden wie Sauberkeit, Bürgerlichkeit und Ordnung verteidigen und die Tochter eine angebliche Jungfräulichkeit vorgaugelt.

Szenenfoto aus Violette Nozière


•Jul• 14, 2010

Während der uns derzeit umgebenden Außentemperaturen von 35°C erinnern wir uns gern an kühlere Tage. Unheimlich weit weg und unerreichbar scheinen sie uns... blicken wir auf Bilder der Strumpfwerbung aus einer anderen Zeit, so erscheinen sie uns ebenso in weiter Ferne. Fast schon unverständlich wirken sie sicher auf einige Menschen. Betrachten wir das an dieser Stelle als schönes Beispiel die Printanzeige der Van Raalte.

Auf das Heute übertragen erzeugt es bei mir schon ein lange anhaltendes Schmunzeln, stelle ich mir vor, in einer Werbeanzeige im Jetzt & Heute würde sich ein Modell mit einer Strumpfhose im Arm durch das Foto strecken. Verstört würde so manch Betrachter wohl denken: „Welch Kind seltsamer Gedanken ist Sie denn?!“.

Mal ehrlich – solch eine Bildsprache ist heute undenkbar und nahezu unangebracht.

Quelle Abbildung: LIFE 19.September 1949

Quelle: LIFE 27.04.1962

Noch eine Printanzeige hinterhergschoben - der Slogan "Nothing but nylon makes you feel so female" würde man heute ganz bestimmt mit einer anders gearteten Aufnahme hinterlegen. Gut, dies passt nicht in unsere sommerliche Vorstellungskraft. Um uns in herbstlich-winterliche Stimmung zu versetzen, schließen wir die Augen & stellen uns eine abendliche Reise im öffentlichen Verkehrmittel eine deutschen Großstadt vor. Es ist dunkel. Es ist kalt. Die Stimmung ist der Jahreszeit entsprechend. Kühl. Dunkel. "Nothing but nylon makes you feel so female" und vor uns erscheinen sie, die die sich durch Nylon weiblich gekleidet fühlen. Von Kopf bis Fuß in Nylon oder Nylonmischgewebe gehüllt. In aufregenden Farben und großzügige Formen; mit Reißverschlüssen; Leinen, Gummizügen. So dringt der Anblick in unsere Augen, so schleicht sich sanft das Knistern und Rascheln des Gewebes in unsere Ohren. Wow da ist sie- die OutdoorKleidungsFrau! (Mann darf natürlich ebenso in Nylon gehüllt sein).

 

 


•Jul• 3, 2010

Große Worte stehen da in einem Fachbuch für Strumpfwirker aus den Anfangstagen eines hoffnungsvollen kleines Landes, das sich Deutsche Demokratische Republik nannte. Im Jahr 1954 schrieben die Verfasser des Buches "Fehler und Mängel bei der Herstellung eines Cotton-Damenstrumpfes":

"Wir sind der Meinung, daß gerade am Beispiel eines von der gesamten Bevölkerung täglich benutzten Konsumgegenstandes, wie es der Strumpf ist, dem denkenden Menschen Zusammenhänge klar werden, die man sonst allzuleicht übersieht. Nehmen wir an, daß jede Frau in unserer Republik wöchentlich auch nur eine Viertelstunde durch Strumpfausbessern verliert und das von diesem Zeitverlust auch nur ein Drittel unserer Bevölkerung betroffen würde, so beträgt der Zeitaufwand dafür rund 80 Millionen Stunden. Diese Schätzung dürfte eher zu niedrig als zu hoch gegriffen sein. Was aber könnten unsere Frauen in der gleichen Zeit für sich selbst, für die Familie, für die Gesellschaft tun! Welche Erholungspausen wären daraus zu gewinnen!"

Kämpferische Worte.


•Jun• 22, 2010

Wir reisen weiter in der Vergangenheit umher und blicken zurück auf die Bilderwelt der Werbung. Die Strumpfwerbung zeigte in den 50er Jahren stets mehr, als sich Vergleichbares heute unseren Augen zeigt.

Nach der eingeläuteten Großoffensive, die den weltweiten Siegeszug der nahtlosen Strümpfe in Richtung der umfassenden Eroberung der Beine begann, setzte die Werbung weiterhin auf erotische Motive.

Beispielhaft diese Werbeanzeigen, die der Dame ein makelloses Bein präsentierten. Keine Naht, keine Hochferse lenkt den Blick ab. Dort wo der Blick eine Nahtkette oder das etwas dunklere Stück der Hochferse gewohnt war, zeigt sich nun nichts mehr. Verhüllt und doch enthüllt.

Quelle Abbildungen: LIFE; 8. November 1954 & LIFE; 15. August 1955

 

 

 


•Jun• 20, 2010

Wo wir schon mal dabei sind, Verbesserungen an Nahtstrümpfen aufzuzählen,  ein weiteres Beispiel hinterher…
Hier wurde eine in seiner Dehnbarkeit verbesserter Doppelrand präsentiert. In Form eines "V" eingewirkte Abschnitte besonderer Stretchfähigkeit sollten den Kundinnen den Vorteil einer nahezu optimalen Anpassung an ihre Beinform bringen. Damit versprach die CHADBOURN HOSIERY MILL eine besonders gute Passform am Oberschenkel.

 

Quelle Abbildungen: LIFE; 28. Februar 1949

 


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